Kurzantwort
Gorillas werden in zwei Arten unterteilt: den Oestlichen Gorilla (Gorilla beringei) und den Westlichen Gorilla (Gorilla gorilla). Jede Art hat zwei Unterarten. Der Berggorilla (Gorilla beringei beringei) ist die seltenste Unterart und lebt ausschliesslich in Uganda, Ruanda und der DR Kongo. In Uganda -- vor allem im Bwindi Impenetrable National Park -- leben rund 459 Berggorillas, was 52 Prozent der Weltpopulation entspricht.
Fakten auf einen Blick
- Gorilla-Arten
- 2 (Oestlicher und Westlicher Gorilla)
- Unterarten
- 4 (Berggorilla, Grauers, Westlicher Flachlandgorilla, Cross-River-Gorilla)
- In Uganda heimisch
- Berggorilla (Gorilla beringei beringei)
- Berggorillas weltweit
- ca. 1.063 (Zensus 2018)
- Berggorillas in Uganda
- 459 (MTWA Statistical Abstract 2025)
- IUCN-Status Berggorilla
- Endangered (seit 2018, vorher Critically Endangered)
- IUCN-Status Western Lowland
- Critically Endangered
- Gemeinsames Erbgut mit Mensch
- ca. 98,3 Prozent
Zwei Arten -- ein grundlegender Unterschied
Alle Gorillas gehoeren zur Gattung Gorilla -- aber darunter verbergen sich zwei klar voneinander getrennte Arten, die sich seit Hunderttausenden von Jahren unabhaengig voneinander entwickelt haben: der Oestliche Gorilla (Gorilla beringei) und der Westliche Gorilla (Gorilla gorilla). Beide Arten leben in Zentralafrika, aber in voneinander weit entfernten Regionen ohne nennenswerten genetischen Austausch.
Der Oestliche Gorilla ist die groessere der beiden Arten. Maennliche Silberruecken koennen ueber 200 Kilogramm wiegen. Ihr Fell ist dunkler und dichter als das ihrer westlichen Verwandten -- eine Anpassung an die kuehlen Bergregionen. Der Oestliche Gorilla lebt im oestlichen Zentralafrika: in Uganda, Ruanda, der DR Kongo und einem kleinen Teil Tansanias.
Der Westliche Gorilla ist etwas kleiner und in der Maske -- also den nackten Gesichtspartien -- heller. Er lebt im westlichen und zentralen Zentralafrika: in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik, der Republik Kongo, der DR Kongo und Nigeria. Auch im Westen gibt es in Zoologischen Gaerten weltweit gehaltene Gorillas -- fast ausnahmslos Westliche Flachlandgorillas.
Die vier Unterarten im Ueberblick
Jede der beiden Gorilla-Arten ist in zwei Unterarten unterteilt.
Beim Oestlichen Gorilla (Gorilla beringei) gibt es:
Den Berggorilla (Gorilla beringei beringei) -- die seltenste Unterart. Sie lebt in zwei voneinander getrennten Populationen: einer im Bwindi Impenetrable National Park in Uganda (ca. 459 Tiere) und einer in den Virunga-Vulkanen an der Grenze von Uganda, Ruanda und der DR Kongo (ca. 604 Tiere). Zusammen ergibt das rund 1.063 Berggorillas weltweit (Zensus 2018). Dieser Zensus hat den Berggorilla 2018 von Critically Endangered auf Endangered hochgestuft -- ein seltener Erholungserfolg im Artenschutz. Berggorillas wurden nie in Gefangenschaft gehalten; alle Tiere, die man in Zoos sieht, sind andere Unterarten.
Den Grauer-Gorilla, auch Oestlicher Flachlandgorilla (Gorilla beringei graueri), die groesste lebende Primaten-Unterart. Er lebt ausschliesslich in der DR Kongo und ist durch jahrelange Konflikte und Wilderei stark bedroht. Mit geschaetzten 3.800 bis 4.000 Tieren gilt er als Critically Endangered. In Uganda kommt er nicht vor.
Beim Westlichen Gorilla (Gorilla gorilla) gibt es:
Den Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) -- mit Abstand die haeufigste Unterart. Er lebt in den Waeldern West- und Zentralafrikas, mit einer Gesamtpopulation von vermutlich mehreren Hunderttausend Tieren. Dennoch gilt er als Critically Endangered, weil sein Habitat rapide schwindet. Fast alle Gorillas in Zoos weltweit gehoeren dieser Unterart an.
Den Cross-River-Gorilla (Gorilla gorilla diehli) -- die seltenste aller Gorilla-Unterarten mit nur noch rund 250 bis 300 Tieren. Er lebt im Grenzgebiet von Nigeria und Kamerun. In Uganda ist er nicht heimisch.
Der Berggorilla in Uganda: Bwindi und die Virungas
Uganda ist das einzige Land der Welt, in dem Gorilla Trekking gleich in zwei Lebensraeumen des Berggorillas moeglich ist: im Bwindi Impenetrable National Park und im Mgahinga Gorilla National Park.
Die Bwindi-Population ist einzigartig, weil sie genetisch von den Virunga-Gorillas isoliert ist. Zwischen Bwindi und den Virunga-Vulkanen liegt eine Tal-Zone ohne geeigneten Bergwald, die die Tiere nicht ueberwinden. Die rund 459 Bwindi-Gorillas bilden damit eine eigenstaendige, in sich geschlossene Gemeinschaft. Genetisch unterscheiden sie sich leicht von den Virunga-Gorillas -- einige Taxonomen diskutieren sogar, ob die Bwindi-Population als eigene Unterart klassifiziert werden sollte. Bislang gilt sie jedoch ebenfalls als Gorilla beringei beringei.
Der Mgahinga Gorilla National Park liegt an den Auslaeufern der Virunga-Vulkane und beherbergt die Nyakagezi-Familie, die zur Virunga-Population gehoert. Diese Gorillas wandern gelegentlich ueber die Grenzen nach Ruanda oder in die DR Kongo -- eine Erinnerung daran, dass Nationalstaaten fuer Wildtiere keine Rolle spielen. Im Virunga-Oekosystem wird die Population gemeinsam von Uganda, Ruanda und der DR Kongo geschuetzt.
Waehrend meines Aufenthalts in Buhoma im Januar 2026 wurde die physische Dimension dieses Schutzkorridors spuerbar. Der Bwindi-Regenwald ist kein Museum -- er ist ein lebendiges Oekosystem, in dem die Ranger taeglich aktiv arbeiten, um die Grenzen zu sichern und die Familien zu beobachten. Der Unterschied zwischen Berggorilla und Zoo-Gorilla zeigt sich nicht nur in der Gattung, sondern im Wesen: Die Tiere in Bwindi wirken vollstaendig wild, ungezwungen und in ihrer Welt zu Hause.
Wie man die Unterarten erkennt
Fuer Besucher beim Gorilla Trekking ist der Berggorilla die einzige Unterart, der man begegnen wird -- ein direkter Vergleich ist also im Feld nicht moeglich. Dennoch lohnt es sich, die typischen Merkmale zu kennen.
Der Berggorilla hat das laengste und dichteste Fell aller Gorilla-Unterarten. Dies ist eine Anpassung an die kalten Naechte in den Hochlagen zwischen 1.400 und 4.000 Metern. Das Fell ist tiefschwarz; aeltere Silberruecken haben den charakteristischen Grauschimmer auf dem Ruecken, der ihnen den Namen gegeben hat. Die Nase des Berggorillas ist breiter als die des Westlichen Gorillas, und die Nasenwulste sind ausgepraegte individuelle Merkmale -- wie ein Fingerabdruck. Ranger und Wissenschaftler identifizieren einzelne Tiere praeizise anhand dieser Nasenprofile.
Der Westliche Flachlandgorilla, wie man ihn aus Zoos kennt, ist im Vergleich kleiner und hellhaeутiger im Gesicht -- oft mit einem rotbraeulichen Schimmer auf dem Scheitel. Sein Fell ist kuerzer, seinem Leben in den waermeren Tieflandwaeldern angepasst.
Der Grauer-Gorilla ist zwar die groesste Unterart, aber seinem weniger dichten Fell sieht man an, dass er in niedrigeren Lagen lebt. Die Gesichtsproportionen unterscheiden sich ebenfalls leicht.
Eine praktische Faustregel: Wenn ein Gorilla in einem europaeischen Zoo zu sehen ist, ist es mit fast hundertprozentiger Sicherheit ein Westlicher Flachlandgorilla. Wenn man in Uganda einem Gorilla im Wald gegenueber steht, ist es ein Berggorilla.
IUCN-Status: Welche Unterart ist am ststaerksten bedroht?
Der IUCN Red List-Status spiegelt die Bedrohungslage jeder Unterart:
Der Berggorilla (Gorilla beringei beringei) galt jahrzehntelang als Critically Endangered -- die hoechste Alarmstufe. 2018 wurde er nach dem internationalen Zensus erstmals auf Endangered herabgestuft. Die Weltpopulation hatte sich auf rund 1.063 Tiere erholt, verglichen mit rund 620 Tieren in den 1980er Jahren. Diese Erholung gilt als eine der grossen Erfolgsgeschichten des modernen Artenschutzes -- ermoeglicht durch konsequente Anti-Wilderei-Arbeit, Habitatschutz und das wirtschaftliche Modell des Gorilla-Tourismus.
Der Grauer-Gorilla (Gorilla beringei graueri) ist weiterhin Critically Endangered. Seine Population ist in den letzten Jahrzehnten durch den anhaltenden Konflikt in der DR Kongo dramatisch eingebrochen. Wilderer profitieren von der gesetzlosen Situation, und das Monitoring ist schwierig.
Der Cross-River-Gorilla (Gorilla gorilla diehli) ist mit rund 250 bis 300 Tieren die kleinste und bedrohteste Unterart. Kritisch Endangered -- mit einem Bestand, der nicht viel groesser ist als eine grosse Schule.
Der Westliche Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) ist trotz seiner vergleichsweise grossen Zahl Critically Endangered, weil sein Habitat -- der tropische Regenwald Westafrikas -- in atemberaubendem Tempo schwindet und weil er durch Bushmeat-Jagd und die Ebola-Epidemien stark dezimiert wurde.
Die Lektion: Zahlenmassig haufigere Unterart bedeutet nicht sicherer. Nur der Berggorilla zeigt eine positive Trendentwicklung -- und das ist direkt auf gezielte Schutzmassnahmen zurueckzufuehren, an denen Uganda einen entscheidenden Anteil hat.
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Gorilla-Population Uganda
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Bwindi Impenetrable National Park
Heimat von 52 Prozent aller Berggorillas weltweit.
Quellen
- IUCN Red List -- Gorilla beringei beringei
- IUCN Red List -- Gorilla gorilla gorilla
- MTWA Statistical Abstract 2025, Uganda Ministry of Tourism, Wildlife and Antiquities, April 2026
- International Gorilla Conservation Programme (IGCP)
Redaktion Reiseziel Uganda
Ein Projekt von Hope on the Road gGmbH -- mit lokaler Expertise aus Uganda und regelmaessiger Recherche vor Ort. Alle Inhalte werden von unserem Redaktionsteam mit Unterstuetzung lokaler Guides und Reiseveranstalter erstellt und geprueft.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 | Quellen werden am Ende jedes Artikels angegeben